ETF-Sparplan oder Altersvorsorgedepot: Was passt besser zu deiner Altersvorsorge?
Ab dem 1. Januar 2027 können Anbieter das neue staatlich geförderte Altersvorsorgedepot anbieten. Wer bereits regelmäßig in [...]
Zum ArtikelDie Frankfurt School hat im Rahmen einer Studie (hier die gesamte Studie lesen) ein ganzes Jahr lang echte Krypto-Trades bei sechs großen Brokern in Deutschland untersucht. Das Ergebnis zeigt, wo die Kosten tatsächlich entstehen – und warum die beworbene Gebühr allein wenig darüber verrät, was Anleger am Ende zahlen.
Stell dir vor, du kaufst Bitcoin für 500 € und verkaufst ihn wenige Sekunden später wieder. Der Markt bewegt sich in dieser Zeit praktisch nicht. Wie viel von deinen 500 € kommt zurück? 500 € oder? Falsch!
Denn genau das hat die Studie getestet. Bei Beispiel-Trades im Februar 2026 kostete dieser kurze Hin- und Rückweg (engl. Round Trip) je nach Broker zwischen 5,78 € und 16,99 €. Bei einem Volumen von 10.000 € lagen zwischen Kauf und Verkauf sogar 125,81 € bis 445,38 €.
Gleicher Coin, gleicher Betrag – und trotzdem deutlich unterschiedliche Kosten.
Wo diese Unterschiede entstehen, zeigt ein Blick hinter die beworbene Gebühr.
Kauf und Verkauf zusammen kosteten im Durchschnitt zwischen 1,23 % bei flatex und 4,58 % bei Bitpanda und N26.
Round Trip: Kauf und direkter Verkauf derselben Coin-Menge. Die Differenz zwischen dem eingesetzten und dem anschließend zurückerhaltenen Betrag zeigt die Kosten dieses Hin- und Rückwegs.
Spread: Abstand zwischen Kaufkurs beziehungsweise Briefkurs und Verkaufskurs beziehungsweise Geldkurs an einer Börse.
Basispunkte: Maßeinheit der Studie. 100 Basispunkte entsprechen 1 %. In diesem Artikel geben wir die Werte überwiegend in Prozent an.
Wichtig: Wenn nicht anders angegeben, beziehen sich die Kosten in diesem Artikel auf Kauf und Verkauf zusammen.
Durchgeführt hat die Untersuchung Prof. Dr. Olaf Stotz. Er ist seit 2008 Professor für Asset Management und Pension Economics an der Frankfurt School of Finance & Management und forscht zu Finanzmarktpreisen und Anlegerverhalten. Vom 17. Februar 2025 bis zum 10. Februar 2026 untersuchte er sechs große Broker in Deutschland: Bison, Bitpanda, flatex, N26, Smartbroker und Trade Republic.“
Dabei wurde mit echtem Geld gehandelt:
Nach jedem Kauf wurde dieselbe Coin-Menge wenige Sekunden später wieder verkauft. Der Median der Haltedauer lag bei 8 Sekunden, 95 % aller Round Trips waren innerhalb von 23 Sekunden abgeschlossen.
Insgesamt kamen so 2.088 Round Trips zusammen. Die Handelskosten des Experiments summierten sich auf mehr als 160.000 €.
Als Benchmark dienten Kurse der Kryptobörse Tradias. Kauf und Verkauf wurden sekundengenau mit diesen Kursen abgeglichen. Dadurch konnte die Studie kurzfristige Marktbewegungen weitgehend herausrechnen und untersuchen, welcher Teil der Kosten vom Markt und welcher vom jeweiligen Broker stammt.
Die Studie wurde von flatexDEGIRO in Auftrag gegeben. Weitere Angaben dazu findest du im Hinweis am Ende des Artikels.
Das deutlichste Ergebnis der Studie: Die Wahl des Brokers beeinflusst die Handelskosten erheblich.
Über alle drei Coins und Ordergrößen hinweg ergaben sich folgende durchschnittliche Kosten für Kauf und Verkauf:
| Broker | Ø Kosten für Kauf und Verkauf | Rechenbeispiel bei 1.000 € |
|---|---|---|
| flatex | 1,23 % | 12,30 € |
| Smartbroker | 2,21 % | 22,10 € |
| Bison | 2,51 % | 25,10 € |
| Trade Republic | 4,06 % | 40,60 € |
| Bitpanda | 4,58 % | 45,80 € |
| N26 | 4,58 % | 45,80 € |
Durchschnitt über alle Coins und Ordergrößen, bereinigt um Kursbewegungen während der Haltedauer. Quelle: Stotz (2026), Tabelle 4, S. 12. Rechenbeispiel auf Basis dieser Werte.“
Damit war der Handel bei den teuersten Brokern im Durchschnitt fast viermal so teuer wie beim günstigsten Anbieter der Stichprobe.
Noch größer wird die Spannweite auf Ebene einzelner Coins und Ordergrößen: Die gemessenen Kosten reichten von rund 1,15 % bis über 5,30 %.
Warum sind die Unterschiede zwischen den Brokern so groß?
Am Markt selbst liegt es nur zu einem kleinen Teil.
Der Spread an der Benchmark-Börse Tradias betrug durchschnittlich:
Demgegenüber lagen die gesamten Round-Trip-Kosten je nach Broker teilweise bei mehr als 4 oder 5 %.
Den verbleibenden Teil bezeichnet die Studie als implizite Brokergebühr. Darin stecken unter anderem explizite beziehungsweise im Preis eingebettete Provisionen sowie Auf- und Abschläge gegenüber der Benchmark.
Bei flatex betrug diese Broker-Komponente im Durchschnitt rund 1,01 % für Kauf und Verkauf zusammen. Bei Bitpanda und N26 waren es jeweils mehr als 4,30 %.
Ein Blick auf Kauf und Verkauf macht das Prinzip greifbar: Bei flatex lag der Kaufpreis durchschnittlich rund 0,50 % über dem Benchmark-Kurs, der Verkaufspreis rund 0,51 % darunter. Bei Bitpanda und N26 lagen die entsprechenden Werte bei etwa 2,4 % beim Kauf und 2,0 % beim Verkauf.
Für einen fairen Kostenvergleich gehört deshalb der Ausführungskurs mit in die Rechnung.
Die Studie findet außerdem einen Zusammenhang zwischen Kostentransparenz und tatsächlich gemessenen Handelskosten.
Vier Broker machten relativ klare Angaben zu ihren Gebühren:
Die anschließend gemessenen Round-Trip-Kosten lagen bei diesen Brokern in einer Größenordnung, die sich aus den Angaben relativ gut ableiten ließ.
Weniger eindeutig waren die Angaben bei Bitpanda und Trade Republic. Bitpanda nannte eine Spanne von 0 % bis 2,49 %, ohne festzulegen, wann welcher Wert gilt. Trade Republic nannte eine fixe Gebühr von 1 € plus einen nicht näher spezifizierten Spread.
Beide gehörten im Experiment zu den Brokern mit höheren durchschnittlichen Gesamtkosten.
Die entscheidende Frage lautet deshalb: Was kosten mich Kauf und Verkauf insgesamt?
Beworbene Gebühren laut Websites der Broker, Stand 20. März 2025.
Neben dem Broker spielt auch der gehandelte Kryptowert eine Rolle.
Bitcoin war in der Regel der günstigste Coin im Experiment.
Bei Ethereum zeigt sich allerdings ein interessantes Muster: Bei flatex, Bison und Smartbroker kostete der Handel ungefähr so viel wie bei Bitcoin. Das passt zu den nahezu identischen Börsenspreads beider Coins.
Bei Bitpanda und N26 lagen die Ethereum-Kosten dagegen bei rund 5,2 %, gegenüber rund 3,2 % bei Bitcoin. Auch bei Trade Republic war Ethereum deutlich teurer.
Der höhere Preis lässt sich laut Studie nicht durch einen höheren Spread der Benchmark-Börse erklären.
Dogecoin war wiederum bei jedem untersuchten Broker teurer als Bitcoin. Zwar lag auch der Börsenspread bei Dogecoin höher. Dieser Unterschied erklärt den zusätzlichen Kostenaufschlag bei vielen Brokern aber nur teilweise.
Viele Brokervergleiche arbeiten mit einer Musterorder von 500 €. Das Problem: Dieses Beispiel bildet nicht jedes Preismodell korrekt ab.
Eine von der Studie zitierte Untersuchung von KPMG und BTC-ECHO nennt ein durchschnittlich angegebenes monatliches Handelsvolumen deutscher Krypto-Anleger von 1.617 €. Deshalb testete das Experiment zusätzlich Orders über 2.000 € und 10.000 €.
Dabei zeigte sich:
Besonders deutlich ist das bei Bitcoin: Der Round Trip kostete dort bei einer Ordergröße von 500 € rund 2,10 %, bei 10.000 € dagegen rund 4,53 %.
Der Unterschied beträgt damit mehr als das Doppelte.
Ein Brokervergleich mit nur einer Musterorder kann deshalb ein anderes Bild liefern als dein tatsächliches Handelsvolumen.
Eine naheliegende Erklärung wäre: Eine Order über 10.000 € bewegt den Markt stärker als eine über 500 €. Dadurch könnte sich der Spread vergrößern.
Genau das hat die Studie überprüft.
Dazu wurde der Spread der Benchmark-Börse unmittelbar vor und nach den jeweiligen Trades gemessen. Das Ergebnis: Im Durchschnitt blieb er praktisch unverändert.
Bei Bitcoin und Ethereum war die durchschnittliche Veränderung nahezu null. Auch bei Dogecoin blieb sie sehr gering. Selbst bei Orders über 10.000 € ließ sich keine systematisch stärkere Ausweitung erkennen.
Damit lassen sich höhere Kosten großer Orders bei einzelnen Brokern nicht durch einen entsprechenden Preiseffekt an der Benchmark-Börse erklären.
Kryptomärkte laufen rund um die Uhr. Man könnte deshalb vermuten, dass der Handel am Wochenende oder in besonders volatilen Phasen teurer wird.
Die Studie untersuchte unter anderem:
Das Ergebnis: Keiner dieser Faktoren erklärte einen nennenswerten Teil der Kostenunterschiede. Auch am Wochenende lagen die Kosten im Durchschnitt nahezu auf dem Niveau der Wochentage.
Damit zeigt sich erneut das zentrale Muster der Untersuchung: Die Unterschiede entstehen vor allem auf Ebene der Broker.
Mit der europäischen Markets in Crypto-Assets Regulation, kurz MiCA, gelten neue Regeln für Anbieter von Kryptowerte-Dienstleistungen.
Unter anderem müssen Anbieter bei der Ausführung von Kundenaufträgen Maßnahmen treffen, um das bestmögliche Ergebnis zu erzielen. Dabei spielen Faktoren wie Preis, Kosten und Ausführung eine Rolle.
Zwei Broker der Studie waren bereits vor Beginn des Experiments entsprechend registriert. Vier weitere wurden während des Untersuchungszeitraums in das MiCA-Register aufgenommen.
Die Studie untersucht deshalb, ob sich die Handelskosten rund um diese Registrierung veränderten.
Das Ergebnis: Eine systematische Kostensenkung ließ sich in dieser Stichprobe nicht feststellen. Nach der Registrierung stiegen die Kosten bei N26 um rund 0,10 Prozentpunkte, bei Smartbroker sanken sie um rund 0,09 Prozentpunkte. Bei flatex und Trade Republic veränderten sie sich kaum.
Der Autor weist ausdrücklich darauf hin, dass daraus keine allgemeine oder kausale Bewertung von MiCA abgeleitet werden kann.
Für den Brokervergleich bedeutet es vor allem: Regulierung und Kostenhöhe sind zwei unterschiedliche Kriterien.
1 oder 2 % wirken bei einer einzelnen Transaktion zunächst überschaubar. Bei häufigem Handel summieren sich diese Kosten jedoch.
Ein Rechenbeispiel:
Wer zehnmal im Jahr jeweils 1.000 € kauft und anschließend wieder verkauft, kommt bei Round-Trip-Kosten von 1,23 % auf insgesamt 123 €. Bei 4,58 % wären es 458 €.
Dabei ist noch keine positive oder negative Kursentwicklung berücksichtigt.
Die Studie folgert daraus, dass aktiver Krypto-Handel eine hohe Treffsicherheit braucht, um allein die Handelskosten wieder hereinzuholen.
Wenn du Broker vergleichst, helfen dir sechs Fragen:
So siehst du den Preis, der bei einer tatsächlichen Transaktion entsteht.
Die Studie betrachtet ausschließlich die Handelskosten. Der Handel mit Kryptowerten ist darüber hinaus mit eigenen Risiken verbunden:
Die Informationen in diesem Artikel dienen ausschließlich der Information und stellen keine Anlageberatung und keine Empfehlung zum Kauf oder Verkauf dar.
Die Studie zeigt vor allem eines: Beim Krypto-Handel lohnt sich der Blick auf die Gesamtkosten.
Denn der Spread der Benchmark-Börse erklärt nur einen kleinen Teil der gemessenen Unterschiede. Deutlich stärker ins Gewicht fällt die Preisgestaltung des jeweiligen Brokers.
Im einjährigen Experiment lagen die durchschnittlichen Round-Trip-Kosten zwischen 1,23 % bei flatex und 4,58 % bei Bitpanda und N26. flatex war damit der günstigste der sechs untersuchten Broker.
Wer Krypto-Kosten vergleicht, betrachtet deshalb Kaufpreis, Verkaufspreis, Spread und Gebühren gemeinsam.
Die Studie „Die Kosten des Kryptowährungshandels für Privatanleger“ von Prof. Dr. Olaf Stotz, Professor für Asset Management und Pension Economics an der Frankfurt School of Finance & Management, Stand 31. Juli 2026, wurde von flatexDEGIRO in Auftrag gegeben.
Laut Studie war flatexDEGIRO weder am Studiendesign noch an der Datenerhebung, Analyse, Interpretation der Ergebnisse oder Ausarbeitung des Manuskripts beteiligt.
Die Ergebnisse zu flatex beziehen sich ausschließlich auf flatex Deutschland. In der Studie wird der Anbieter als flatexDEGIRO geführt.
Die Studie bezeichnet die Anbieter im Haupttext als Broker 1 bis 6. Die Zuordnung stammt aus der Studie selbst: Broker 1 Bison, Broker 2 Bitpanda, Broker 3 flatexDEGIRO, Broker 4 N26 Bank, Broker 5 Smartbroker und Broker 6 Trade Republic.
Untersuchungszeitraum war der 17. Februar 2025 bis 10. Februar 2026. Die beworbenen Gebühren der Broker entsprechen dem Stand vom 20. März 2025. Die gemessenen Kosten bilden den Untersuchungszeitraum ab. Konditionen können sich seitdem geändert haben.
Weitere zitierte Quelle: KPMG und BTC-ECHO (2025), „Digital Assets in Deutschland 2025“.
Login