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14,1 Millionen Deutsche investieren laut des DAI bereits in Aktien und ETFs – Rekord. Ab 2027 soll das Altersvorsorgedepot die gescheiterte Riester-Rente ablösen. Doch reichen höhere Zulagen und mehr Flexibilität, um die Rentenlücke zu schließen?

Immer mehr Deutsche setzen auf Aktien und ETFs für ihre Altersvorsorge. Gleichzeitig plant die Bundesregierung einen Neustart mit dem Altersvorsorgedepot. Riester soll Geschichte sein. Klingt nach einem Durchbruch. 

Doch die kritische Frage bleibt: Ist das wirklich die Lösung für die Rentenlücke – oder nur alter Wein in neuen Schläuchen?

Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: 83% der Deutschen trauen der gesetzlichen Rente nicht mehr – 2019 waren es nur 54% (Quelle: Deutsche Bank, Altersvorsorge-Report 2025). Die Lücke wird größer, nicht kleiner. Riester sollte sie schließen – doch Garantievorgaben verhinderten Aktieninvestments, Renditen blieben unter 2 %, hohe Kosten und Komplexität frustrierten selbst Experten. Seit 2017 sinken die Vertragszahlen.

Die Neuerungen ab 2027

  • Größere Renditechancen anstatt fester aber kleiner Garantien, dank ETFs und Fonds
  • Bis zu 540€ Grundzulage pro Jahr
  • 50 Cent pro eingezahltem Euro bis 360 €, danach 25 Cent bis 1.800€ (Erträge wachsen steuerfrei)
  • Einmaliger Berufseinsteigerbonus in Höhe von 200 € für alle unter 25
  • Steuerliche Begünstigung bis 6.840 € Sparsumme pro Jahr
  • Flexible Auszahlungspläne statt Zwangsverrentung
  • Abschlusskosten über die Laufzeit verteilt

Auch eine Frühstart-Rente mit 10 Euro monatlich für Kinder von 6–18 Jahren ist geplant (Quelle: BMF 2025). Die Reform öffnet den Kapitalmarkt – erstmals mit echter Förderung. Doch mit Chancen kommen Risiken: Ohne Garantien tragen Anleger Kursschwankungen selbst. Wer kurz vor Rentenbeginn in eine Börsenkrise gerät, kann Verluste nicht aussitzen. Und: Die Förderung erreicht vor allem Menschen, die sowieso investieren. Nur 10 % der Haushalte mit unter 2.000 Euro Einkommen nutzen den Kapitalmarkt überhaupt (Quelle: DAI).

Das Altersvorsorgedepot behebt zentrale Schwächen von Riester. Doch bis zur Einführung 2027 vergeht Zeit – und Zeit ist beim Vermögensaufbau der entscheidende Faktor. Ein Beispiel: 200 Euro monatlich in ETFs ergeben nach 30 Jahren bei 7% Rendite rund 245.000 Euro.

Was das für Anleger bedeutet

Man muss nicht bis 2027 warten. ETF-Sparpläne existieren längst, Online-Broker bieten bereits heute die Struktur, die später gefördert werden soll. Bei flatex investieren Millionen Menschen regelmäßig – und können ihre Strategie später einfach flexibel anpassen, sobald das neue System - Altersvorsorgedepot startet. Wer jetzt beginnt, verschafft seinem Vermögen einen Vorsprung, der sich nicht mehr einholen lässt. 

Die Reform mag kommen oder verschoben werden. Die Rentenlücke bleibt real. Und Zeit ist das Einzige, was sich nicht politisch regulieren lässt.

Das Altersvorsorgedepot kann ein neuer Baustein sein – aber die wichtigste Entscheidung fällt jeder selbst: Warten oder handeln. 

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