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Was Spreads sind und wieso sie beim Investieren den Unterschied machen

Wer an der Börse handelt, zahlt Kosten – auch dann, wenn keine Ordergebühr anfällt. Spreads sind ein Bestandteil der Kosten, die viele Anleger übersehen. Dabei können sie die tatsächliche Rendite spürbar beeinflussen. In diesem Artikel erfährst du, was Spreads genau sind, wie sie entstehen und worauf du beim Broker-Vergleich achten solltest.

Was sind Spreads?

Ein Spread (Handelsspanne) ist die Differenz zwischen dem Verkaufskurs bzw. Geldkurs (Bid) und dem Kaufkurs bzw. Briefkurs (Ask) eines Wertpapiers. Diese Differenz – auch Handelsspanne oder Geld-Brief-Spanne genannt – entsteht immer dann, wenn ein Markt existiert: beim Aktienhandel, beim Krypto-Trading, bei Zertifikaten und Hebelprodukten. Kurz gesagt: Du kaufst immer zum etwas höheren Preis und verkaufst zum etwas niedrigeren. Die Differenz dazwischen ist der Spread.

Unterschied zwischen Bid und Ask 

An jeder Börse gibt es zwei Preise gleichzeitig: 

Bid (Geldkurs): Der höchste Preis, den ein Käufer bereit ist zu zahlen – also der Kurs, zu dem du verkaufst. 

Ask (Briefkurs): Der niedrigste Preis, zu dem ein Verkäufer bereit ist zu verkaufen – also der Kurs, zu dem du kaufst. 

Der Spread ist die Preisspanne zwischen Bid und Ask. 

Beispiel: So berechnet sich ein Spread 

Angenommen, eine Aktie notiert wie folgt: 

Bid: 99,90 €
Ask: 100,10 € 
Spread: 0,20 € (≈ 0,20 % des Ask-Kurses) 

Das bedeutet: Würdest du die Aktie sofort kaufen und direkt wieder verkaufen, entstünde allein durch den Spread ein Verlust von 0,20 € pro Aktie – noch vor jeder weiteren Gebühr. Der Spread ist damit ein echter, direkter Kostenfaktor beim Handel – auch wenn er nirgendwo als Posten auf einer Rechnung erscheint.

Warum werden Spreads oft unterschätzt?

Viele Anleger konzentrieren sich beim Broker-Vergleich ausschließlich auf die Ordergebühren – und übersehen dabei die Spreads. Das ist ein teurer Fehler. Spreads fallen bei jeder Transaktion an. Sie sind kein einmaliger Betrag, sondern ein prozentualer Abzug, der sich mit jedem Vorgang wiederholt. Besonders aktive Trader oder Anleger, die häufig kaufen und verkaufen, spüren diesen Effekt stark in ihrer Rendite. 

Ein weiterer Grund, warum Spreads oft übersehen werden: Sie sind nicht explizit ausgewiesen. Anders als eine Ordergebühr auf der Abrechnung sind sie im Kurs selbst versteckt. Wer nicht weiß, wie Spreads funktionieren, sieht sie gar nicht. Hinzu kommt: Auch wenn ein Broker mit „1 € Ordergebühr" wirbt, fallen trotzdem marktübliche Spreads an. Kein Handel – weder bei Aktien noch bei Zertifikaten, Hebelprodukten oder Kryptowährungen – ist komplett frei von Spreads. 

Enge vs. breite Spreads 

Nicht alle Spreads sind gleich. Man unterscheidet grundsätzlich: 

Enge Spreads (niedrige Spreads) 

  • Kleine Differenz zwischen Bid und Ask
  • Günstiger für Anleger – geringere implizite Kosten
  • Typisch bei liquiden, viel gehandelten Wertpapieren (z. B. DAX-Aktien, große US-Unternehmen, MSCI-World-ETFs) 

Breite Spreads (hohe Spreads) 

  • Große Differenz zwischen Bid und Ask
  • Teurer für Anleger – höhere implizite Kosten
  • Typisch bei illiquiden Wertpapieren (z.B. Pennystocks, einige illiquide, aktive Fonds), aber auch in volatilen Marktphasen oder bei Kryptowährungen. 

Faustregel: Je mehr Handelsvolumen ein Wertpapier bzw. Finanzinstrument hat, desto enger ist in der Regel der Spread. Je weniger Liquidität, desto weiter klafft die Lücke zwischen Kauf- und Verkaufskurs.

Was sind marktübliche Spreads?

Der Begriff „marktübliche Spreads" bezeichnet die Differenz zwischen Bid und Ask, wie sie unter normalen Marktbedingungen an einer regulierten Börse entstehen. Dieser Spread beinhaltet keine Gebühren seitens des Brokers, sondern spiegelt das tatsächliche Angebot und die Nachfrage am Markt wider. 

Marktübliche Spreads entstehen durch das Zusammenspiel von: 

  • Market Makern, die kontinuierlich Kauf- und Verkaufspreise stellen
  • Angebot und Nachfrage unter allen Marktteilnehmern
  • Marktbedingungen wie Volatilität und Handelsvolumen 

Ein Broker, der mit marktüblichen Spreads handelt, gibt dir also die Preise weiter, die der Markt selbst vorgibt – nicht willkürlich festgelegte Aufschläge.

Spreads bei Aktien

Bei börsennotierten Aktien entsteht der Spread durch das Orderbuch: Käufer und Verkäufer geben ihre Gebote ab, und der Spread ist die Lücke zwischen dem besten Kauf- und dem besten Verkaufsgebot. 

Typische Einflussfaktoren bei Aktien-Spreads:

  • Liquidität der Aktie: Große, viel gehandelte Unternehmen (z. B. im DAX oder S&P 500) haben in der Regel engere Spreads als Aktien kleinerer Unternehmen mit geringem Handelsvolumen (z. B. aus dem SDAX oder Nebenwerte-Indizes).
  • Handelsplatz: Spreads können je nach Börse (z. B. XETRA vs. Tradegate vs. außerbörslicher Handel) unterschiedlich ausfallen.
  • Tageszeit: Bei Handelsbeginn und Handelsschluss können Spreads vorübergehend breiter sein.
  • Unternehmensereignisse: Bei Quartalsberichten, Gewinnwarnungen oder Nachrichten zum Beispiel über mögliche Übernahmen oder Fusionen weiten sich Spreads oft kurzfristig aus. 

Für Anleger bedeutet das: Auch wenn du „denselben" Preis siehst, kann der tatsächliche Ausführungskurs je nach Handelsplatz und Uhrzeit leicht variieren.

Im Vergleich zu liquiden Aktien oder ETFs sind Spreads bei Krypto meist größer und daher besonders relevant, denn oft können Spreads teurer als die Ordergebühr sein. 

Warum sind Spreads bei Kryptowährungen oft größer? 

  • Höhere Volatilität: Kryptowährungen können innerhalb von Minuten stark schwanken. Market Maker kompensieren dieses Risiko mit breiteren Spreads.
  • Geringere Markttiefe bei kleineren Coins: Abseits von Bitcoin und Ethereum gibt es oft deutlich weniger Liquidität, was zu weiteren Bid-Ask-Spannen führt.
  • 24/7-Handel ohne zentrale Börse: Im Gegensatz zum klassischen Aktienmarkt gibt es keinen einheitlichen Krypto-Referenzmarkt – Preise können auf verschiedenen Plattformen deutlich abweichen. 

Wichtig zu wissen: Auch bei Krypto-Investitionen fallen marktübliche Spreads an. Marktübliche Spreads sind Teil des realen Handelspreises und kein Aufschlag des Brokers. 

Was das konkret bedeutet – am Beispiel flatex: 

Bei flatex werden Krypto-Spreads transparent ausgewiesen – noch bevor du den Trade absendest. So setzen sich die Gesamtkosten pro Order im Kryptohandel zusammen:

Liquide Coins (z. B. Bitcoin) Orderprovision: 0,5 %Spread: ≤ + 0,1 %
Weniger liquide CoinsOrderprovision: 0,5 %Orderprovision: 0,5 %

Diese Spreads gelten für handelsübliches Ordervolumen.

Welche Faktoren beeinflussen den Spread?

Der Spread ist keine feste Größe – er verändert sich laufend. Diese Faktoren haben den größten Einfluss: 

1. Liquidität
Je mehr Marktteilnehmer aktiv handeln, desto enger der Spread. Hochliquide Assets wie große Blue-Chip-Aktien oder Bitcoin haben in der Regel engere Spreads als Nischenwerte. 

2. Volatilität
In turbulenten Marktphasen – zum Beispiel bei Zinsentscheidungen, geopolitischen Ereignissen oder Marktcrashs – weiten sich Spreads aus. Market Maker erhöhen die Spanne, um ihr Risiko abzusichern. 

3. Handelszeit
Während der Haupthandelszeiten (z. B. wenn Frankfurt und New York gleichzeitig geöffnet sind) sind Spreads tendenziell enger als in der Vor- oder Nachbörse. 

4. Handelsplatz 
Verschiedene Börsen und Handelsplätze können unterschiedliche Spreads aufweisen – je nach Marktstruktur und teilnehmenden Market Makern. 

5. Art des Wertpapiers
Strukturierte Produkte wie Zertifikate oder Hebelprodukte haben eigene Spread-Mechanismen, da sie von einem Emittenten gepreist werden, der selbst Kauf- und Verkaufskurse stellt.

Spreads vs. Ordergebühren: Was wirklich zählt

Viele Anleger stellen sich die Frage: Sind Spreads Kosten oder Gebühren? Die ehrliche Antwort: beides – und keins davon. 
Spreads sind implizite Handelskosten. Sie entstehen durch den Markt und werden nicht separat in Rechnung gestellt. Ordergebühren hingegen sind explizite Kosten, die der Broker direkt berechnet und die auf der Abrechnung erscheinen. 
Der Unterschied ist wichtig, weil er eine Falle aufdeckt: Ein Broker mit 0 € Ordergebühr ist nicht automatisch günstiger. Wenn der Spread bei diesem Broker – genauer gesagt am konkreten Handelsplatz, zu dem der Broker deiner Order weiterleitet – breiter ist als bei einen anderen, können die tatsächlichen Gesamtkosten trotz niedriger oder fehlender Ordergebühren höher ausfallen. Das gilt besonders für aktive Trader, die viele Positionen eröffnen und schließen. 

Was zählt beim echten Vergleich?
Statt nur die Ordergebühr zu vergleichen, solltest du die Gesamtkosten einer Transaktion im Blick behalten: 

Gesamtkosten = Ordergebühr + Fremdkosten + Spread 

Nur wer alle Komponenten kennt, kann Broker wirklich fair miteinander vergleichen – und am Ende mehr von seiner Rendite behalten.

Fazit: Warum Spreads beim Broker-Vergleich entscheidend sind

Spreads sind keine Randbemerkung im Kleingedruckten – sie sind ein zentraler Bestandteil jeder Handelstransaktion. Wer sie ignoriert, zahlt möglicherweise mehr als nötig, ohne es zu bemerken. 

Das Wichtigste auf einen Blick: 

  • Spread = Differenz zwischen Bid (Verkaufskurs) und Ask (Kaufkurs)
  • Spreads fallen bei jedem Trade an – unabhängig von der Ordergebühr
  • Enge Spreads bedeuten geringere implizite Kosten – gut für deine Rendite
  • Spreads variieren je nach Liquidität, Volatilität, Handelszeit und Handelsplatz
  • Beim Broker-Vergleich gilt: Gesamtkosten zählen, nicht nur die Ordergebühr 

Bei flatex handelst du transparent: Alle anfallenden Kosten – inklusive marktüblicher Spreads – werden klar kommuniziert, damit du informiert entscheiden kannst. Zudem hast du bei flatex mehrere Handelsplätze zur Auswahl (ausgenommen Krypto), und kannst den besten Spread für dich wählen.

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