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Morning News

9.970 Punkte, also wieder vierstellig. Um diese Marke pendelte der DAX und schloss bei 9.993 Zählern, denn die Hoffnung auf frisches US-Notenbankgeld und die schwachen Wirtschaftsdaten, wie etwa die zum deutschen Außenhandel, scheinen sich gegenseitig aufgehoben zu haben.

Der Abschreibungs- und Rückstellungsschock bei der Deutschen Bank (siehe Newsletter von gestern) hat dagegen kaum Auswirkungen auf den DAX gehabt. Kian Abouhossein, Analyst von JPMorgan, sieht die Deutsche Bank nämlich deswegen auf einem guten Weg. Besonders wichtig sei, dass es wohl keine Kapitalerhöhung geben werde. Zudem sei die Gewinnentwicklung positiv. Die US-Ratingagentur S&P erklärt, die Abschreibungen und Rückstellungen hätten keinen Einfluss auf die Kreditwürdigkeit der Deutschen Bank. Der Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung schätzt, wie erwartet, die deutsche Wirtschaft würde sich zum Jahresende deutlich abschwächen, im nächsten Jahr jedoch erneut um 1,8 Prozent zulegen. Die Weltwirtschaft soll in diesem Jahr um 2,6 und im nächsten Jahr um 2,9 Prozent zulegen. Werte von weniger als drei Prozent gelten als Rezession. Die „Wirtschaftsweisen“ schreiben weiter: "Die deutsche Wirtschaft befindet sich in einem verhaltenen Aufschwung." Dabei profitiert sie von den aufgrund der Rekordbeschäftigung wohl um jeweils zwei Prozent in diesem und nächsten Jahr steigenden Ausgaben der Menschen in Deutschland. Die öffentlichen Haushalte dürften in diesem Jahr einen Überschuss von 23 Milliarden Euro und im nächsten Jahr von 13 Milliarden Euro ausweisen. Da ist die „wegen des Flüchtlingszustroms“ im nächsten Jahr um 75.000 auf 2,9 Millionen steigende Arbeitslosenzahl leicht zu verkraften. Die „Weisen schätzen, in diesem Jahr kämen 900.000 und im nächsten Jahr 600.000 Menschen auf der Flucht vor dem Tod nach Deutschland. Prof. Dr. Michael Hüther, Direktor des arbeitgebernahen Kölner Instituts der deutschen Wirtschaft (IW), verweist auf die Aufträge an Bauunternehmen und andere deutsche Firmen im Zusammenhang mit den Flüchtlingen. Prof. Dr. Hüther bezeichnet das als "kleines Konjunkturprogramm. Denn der Staat pumpt jetzt viele Milliarden für die Versorgung der Flüchtlinge in die Wirtschaft. Diese Ausgaben (…) schaffen im Inland neues Geschäft und neue Arbeitsplätze." SPD-Generalsekretärin Yasmin Fahimi verlangt von der Wirtschaft mehr Einsatz für die Flüchtlinge: "Ich finde es angemessen und überfällig, wenn die Arbeitgeber und die DAX-Konzerne mehr Initiative zeigen würden." Ferdinand Fichtner, Leiter der Abteilung Konjunkturpolitik des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), verweist auf den vielleicht auch juristischen Betrug der Volkswagen AG und sieht in diesem Konzern ein Risiko für den deutschen Aufschwung: "Es ist erfahrungsgemäß so, dass ein Imageverlust mit solchen Manipulationen verbunden ist." Auch der Ruf des Gütesiegel "Made in Germany" insgesamt könne geschädigt werden. Prof. Dr. Timo Wollmershäuser, kommissarischer Leiter des ifo Zentrums für Konjunkturforschung und Befragungen und Koordinator der Forschungsgruppe „Monetäre Makroökonomie“, erwartet sinkende Steuereinnahmen aufgrund dieses Betrugs bei Abgaswerten. Zu den schwächsten Aktien im DAX gehörten die Deutsche Bank, Bayer und die Deutsche Telekom. Unter den besten finden sich Volkswagen, K+S sowie die Deutsche Lufthansa.

Die US-Konjunkturdaten vom Nachmittag fielen im Anschluss dagegen uneinheitlich aus. Schwächesignale kamen zunächst vom Immobilienmarkt. Dort waren die Preise für Wohneigentum im Juli gegenüber dem Vormonat wider Erwarten rückläufig. Auch im Jahresvergleich blieb der Anstieg der Preise hinter den Erwartungen zurück. Deutlich wichtiger waren indes ermutigende Signale seitens der Verbraucher. Auch hier gab es zwar eine Überraschung, doch das US-Konsumklima hatte sich im September entgegen der Erwartungen weiter aufgehellt. Das entsprechende Sentimentbarometer kletterte damit in Richtung eines Vierjahreshochs. Von den wichtigen positiven Signalen vom Binnenkonsum sowie einem sich erholenden Rohstoffsektor gestützt, retteten sich die großen US-Indizes in den letzten Handelsminuten noch mehrheitlich ins Plus.

Der US-Index Dow Jones Industrials ist mit einem Plus bei 17.050 Punkten aus dem Handel gegangen. In Japan und der Volksrepublik China schlossen die Börsen im Minus. Seit einer Woche, seit der Veröffentlichung schwacher Arbeitsmarktdaten, ist über das US-Notenbanksystem (Fed) gerätselt und auf unverändert bleibende Zinsen und sogar auf eine vierte Runde des Gelderfindens spekuliert worden. Nun melden sich die Mitglieder des Offenmarktausschusses des Fed zu Wort und erklären mehrheitlich, die Bedingungen für die Zinswende würden wohl bis Jahresende gegeben sein. Jedoch bleiben die Zinsen wo sie sind, wenn die Inflationsrate auf diesem niedrigen Stand verharrt. Das Preissteigerungs-Ziel beträgt offiziell zwei Prozent. Der niedrige Ölpreis und der starke Dollar würden wohl für zusätzlichen Abwärtsdruck sorgen. Börsenfachleute erwarten wegen dieser Formulierungen ein Ausbleiben der Zinswende. Diese Gier nach weiter billigem Geld ließ die US-Börsen zulegen, obwohl das Fed die US-Wirtschaft nur weitgehend auf Kurs sieht. Falls das Fed die Zinsen erhöhen würde, könnten Anleger ihr Geld aus den Schwellenstaaten abziehen und in die USA bringen, was die Wirtschaft in den Emerging Markets schwächen würde. Dabei verweist der Internationale Währungsfonds (IWF) wegen der sich abschwächenden Wirtschaft in der Volksrepublik China ohnehin auf eine Abkühlung der Weltkonjunktur. In Deutschland möchte die Schaeffler AG den Anlegern nun schrittweise das Geld aus der Tasche ziehen. Der für vergangene Woche geplante Börsengang soll heute erfolgen, wobei die Stückzahl der zu verkaufenden stimmrechtslosen Vorzugsaktien und auch der Verkaufspreis deutlich gesenkt worden sind. Selbst die neue Preisspanne von 12 bis 14 Euro ist den Investoren jedoch zu hoch; der Ausgabepreis soll bei 12,50 Euro liegen. Der sich an der gescheiterten Übernahme von Continental überhobene Automobil-Zulieferbetrieb erhielte damit bei diesem ersten Teil-Börsengang nur 938 Millionen Euro. 113 Millionen Euro davon sollen auf die Bankkonten der Firmen-Gesellschafter fließen. Die Fachleute von Lang & Schwarz erwarten den DAX zu Handelsbeginn bei annähernd 10.140 Zählern kräftig im fünfstelligen Bereich Die charttechnischen Unterstützungen im deutschen Leitindex liegen bei 9.930 Punkten, bei 9.600 Zählern, bei 9.560 Punkten, bei 9.500 Zählern, beim Tief von August bei 9.340 Punkten, beim Tief von Dezember 2014 bei 9.220 Zählern und psychologisch wichtig bei der Marke von 9.000 Punkten. Die Widerstände befinden sich beim Hoch von Dezember 2014 bei 10.095 Zählern und schließlich beim Hoch von September 2015 bei 10.510 Punkten.

Aus charttechnischer Perspektive richtet sich der Fokus auf der Oberseite nun wieder auf die Marke von 9.600 Punkten. Sollte es gelingen, die Hürde zu überwinden, warten die nächsten Zwischenziele bei 9.700 und 9.740 Punkten, bevor das Etappenziel bei 9.800 Punkten in Angriff genommen werden kann. Auf der Unterseite droht unterhalb von 9.500 Punkten dagegen ein erneuter Bärenangriff auf die Bewegungstiefs bei 9.340 bzw. bei 9.300 Punkten. Zwischenziel wäre dabei die Marke von 9.430 Punkten.

Devisen

Der Euro kostet heute Morgen annähernd 1,13 Dollar und damit mehr als gestern. Zwischenzeitlich wurden für den Euro sogar 1,1315 Dollar bezahlt. Zwar sind die Wirtschaftsdaten der Bundesrepublik Deutschland viel schwächer als erwartet gewesen (siehe Newsletter von gestern), jedoch sehen die Anleger den Dollar noch schwächer, weil die Zinswende in den USA wohl erneut verschoben wird. Die Europäische Zentralbank (EZB) hat beschlossen, die EZB beziehungsweise die nationalen Mitglieds-Zentralbanken der Eurozone sollen die Käufe von (Ramsch-)Staatsanleihen der Eurozonen-Länder teilweise von Dezember auf Oktober und November vorziehen, weil im Dezember saisonüblich weniger gehandelt wird. Die britische Notenbank bleibt bei ihrer Freizügigkeit mit billigem Geld und lässt den Diskontsatz bei 0,5 Prozent.

Rohstoffmarkt

Gold verbilligt sich leicht auf 1.139 Dollar je Feinunze (31,1 Gramm). Die Anleger haben den zweiten Tag in Folge Geld im Gegenwert von 2,2 beziehungsweise 113 Tonnen aus in börsengehandelten Gold- und Silber-Fonds (Exchange Traded Fonds, ETFs) abgezogen. Dagegen beruft sich die Finanznachrichtenagentur Bloomberg auf Angaben der chinesischen Nationalbank (Peoples Bank of China; PBoC) und schreibt, die PBoC habe den dritten Monat in Folge die Goldbestände aufgestockt und im September 15 Tonnen Gold gekauft. Dafür hat die Zentralbank Dollar aus ihren Währungsreserven verwendet. Auch die Türkei hat weiter etwas Gold gekauft.

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