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erstellt von flatex Team

Morning News

Fünfstellig. Wieder bei mehr als 10.000 Punkten – zumindest zwischenzeitig. Damit haben beim DAX nur wenige gerechnet. Charttechnisch hat der deutsche Leitindex seit Ende September eine kleine Hürde nach der anderen überwunden. Jüngst schaffte der deutsche Leitindex den Sprung über die im September begonnene Abwärtsbewegungslinie.

Die Anleger gehen wieder mehr Risiken ein. So heißt das, wenn Investoren die Gefahren einfach ausblenden und nur auf frisches erfundenes Geld der Notenbanken gieren. Doch Aktienkäufe ausschließlich auf Grund dieser Hoffnung auf frisches Geld sind kein wahres Investment aus Überzeugung, sondern lediglich eine Wette – und wer wettet, wird schon mal wankelmütig. Deshalb schloss der DAX zwar im Plus aber auch bei wieder weniger als 10.000 Punkten. Niemand weiß, wie stark die Wirtschaft in China vor einem Jahr gewesen ist, niemand weiß, wie stark sie derzeit ist und schon gar niemand weiß, wie sie tatsächlich in einem Jahr sein wird. Dafür sind die offiziellen Zahlen viel mehr den Wünschen der Parteigranden geschuldet als den tatsächlichen Werten. Die gewerkschaftsnahe Hans-Böckler-Stiftung beziehungsweise deren Institut für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) wissen jedoch anscheinend mehr. Das IMK schätzt, die Wirtschaft in Deutschland wächst in diesem Jahr um 1,8 Prozent und im nächsten um 2,0 Prozent. Gustav Horn, wissenschaftliche Direktor des IMK, sagt, eine wirtschaftliche Eintrübung in der Volksrepublik über das bisher geschätzte Maß hinaus würde lediglich ein Absinken des deutschen Bruttoinlandsproduktes auf mindestens 1,6 beziehungsweise 1,7 Prozent für dieses und nächstes Jahr bedeuten. Die Nachrichtenagentur Reuters beruft sich auf mehreren Personen, die mit den Daten des Herbstgutachtens vertraut sind. In diesem, heute zu veröffentlichenden Gutachten des Sachverständigenrates zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung sind Vorsitzender Prof. Dr. Christoph Schmidt und die vier weiteren Mitglieder Prof. Dr. Isabel Schnabel, Prof. Dr. Peter Bofinger, Prof. Dr. Lars Feld und Prof. Volker Wieland, Ph.D. seit dem jüngsten Gutachten deutlich vorsichtiger geworden. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) für dieses Jahr soll statt um 2,1 nur mehr um 1,8 Prozent steigen. Im nächsten Jahr soll das BIP weiterhin um ebenfalls 1,8 Prozent zulegen. Zu den schwächsten Aktien im DAX haben die Merck KGaA, die Fresenius SE sowie die Deutsche Lufthansa gehört. Zu den besten Werten gehörten die Stammaktie von RWE, ThyssenKrupp und die Vorzugsaktie von Volkswagen. 

Die US-Konjunkturdaten vom Nachmittag fielen im Anschluss dagegen uneinheitlich aus. Schwächesignale kamen zunächst vom Immobilienmarkt. Dort waren die Preise für Wohneigentum im Juli gegenüber dem Vormonat wider Erwarten rückläufig. Auch im Jahresvergleich blieb der Anstieg der Preise hinter den Erwartungen zurück. Deutlich wichtiger waren indes ermutigende Signale seitens der Verbraucher. Auch hier gab es zwar eine Überraschung, doch das US-Konsumklima hatte sich im September entgegen der Erwartungen weiter aufgehellt. Das entsprechende Sentimentbarometer kletterte damit in Richtung eines Vierjahreshochs. Von den wichtigen positiven Signalen vom Binnenkonsum sowie einem sich erholenden Rohstoffsektor gestützt, retteten sich die großen US-Indizes in den letzten Handelsminuten noch mehrheitlich ins Plus.

Der US-Index Dow Jones Industrials hat den Handel mit einem gewinn beendet. Der japanische Nikkei und der chinesische Hang Seng verloren dagegen. In den USA profitierten die Börsen von der Erholung bei den Biotechnologiewerten. Die waren eingebrochen, nachdem Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton vor zwei Wochen gedroht hat: „Eine solche Preistreiberei (…) ist empörend. Morgen werde ich einen Plan dagegen vorlegen.“ Den Grund für diese Wahlkampfaussage lieferte Martin Shkreli beziehungsweise „Daraprim“. Seit 62 Jahren gibt es „Daraprim“ bereits. Jüngst kaufte der ehemalige Hedgefondsmanager Martin Shkreli das Medikament gegen Infektionen für 55 Millionen Euro und erhöhte über Nacht den Preis um 4.555 Prozent auf 750 Dollar pro Tablette. Warum? Weil er es kann! Hillary Clintons Aussage ist bislang nur Wahlkampfgetöse. Ein weiterer Grund für die besser laufenden Börsen lieferten die Rohstoffwerte. Die US-Energieagentur EIA berichtete von stark sinkenden Investitionen in Ölfelder und schätzt, die weltweite Nachfrage nach Öl werde im nächsten Jahr stärker sein, als bislang erwartet. Andererseits stieg die Menge der eingelagerten Rohöl-Reserven in den USA jüngst überraschend stark. Andererseits sieht es mit der Wirtschaftslage wohl doch nicht so gut aus, denn einige Unternehmen enttäuschten mit den Umsatzzahlen und dem Ausblick auf die Zukunft. Der Internationale Währungsfonds (IWF) und die Weltbank treffen sich heute in der peruanischen Hauptstadt Lima. Bei diesem Treffen wird auch Bundesfinanzminister Dr. jur. Wolfgang Schäuble anwesend sein. Die Weltbank erwartet eine länger anhaltende Flüchtlingsbewegung auf der Welt und der IWF möchte das US-Notenbanksystem (Fed) aufgrund der brüchigen Lage der Weltwirtschaft dazu bringen, eine Zinserhöhung aufzuschieben. In Deutschland räumt John Cryan, der neue, englische Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bank, auf. Er schrieb im dritten Quartal vor allem im Investmentbanking und dem Privatkundengeschäft alles ab (und den Vorgängern wohl zu Recht in die Schuhe) was irgend möglich war und legte weiter Geld für Schadenersatz und Strafen vor Gericht zurück. Das führte zu einem Rekordverlust von rund sechs Milliarden Euro – sowohl vor als auch nach Steuern. Deshalb könnte die Dividende für das laufende Jahr verringert oder sogar vollständig gestrichen werden. Weniger Geld gibt es auch für Lebensversicherte. Das „Handelsblatt“ zitiert eine Sprecherin des Bundesfinanzministeriums, wonach aufgrund der europäischen Eigenkapitalvorschriften (Solvency II), die vom 1. Januar 2016 an für die großen Versicherungsgesellschaften gelten werden, der Garantiezins abgeschafft wird. Finanzminister Dr. jur. Wolfgang Schäuble war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. Die Fachleute von Lang & Schwarz erwarten den DAX zu Handelsbeginn in etwa unverändert. Die charttechnischen Unterstützungen im deutschen Leitindex liegen bei 9.930 Punkten, bei 9.600 Zählern, bei 9.560 Punkten, bei 9.500 Zählern, beim Tief von August bei 9.340 Punkten, beim Tief von Dezember 2014 bei 9.220 Zählern und psychologisch wichtig bei der Marke von 9.000 Punkten. Die Widerstände befinden sich beim Hoch von Dezember 2014 bei 10.095 Zählern und schließlich beim Hoch von September 2015 bei 10.510 Punkten.

Aus charttechnischer Perspektive richtet sich der Fokus auf der Oberseite nun wieder auf die Marke von 9.600 Punkten. Sollte es gelingen, die Hürde zu überwinden, warten die nächsten Zwischenziele bei 9.700 und 9.740 Punkten, bevor das Etappenziel bei 9.800 Punkten in Angriff genommen werden kann. Auf der Unterseite droht unterhalb von 9.500 Punkten dagegen ein erneuter Bärenangriff auf die Bewegungstiefs bei 9.340 bzw. bei 9.300 Punkten. Zwischenziel wäre dabei die Marke von 9.430 Punkten.

Devisen

Der Euro kostet heute Morgen immer noch deutlich mehr als 1,12 Dollar und damit nur leicht weniger als gestern. Als Grund für diesen minimalen Rückgang werden enttäuschende Wirtschaftsdaten aus Deutschland und aus Europa angegeben. Das Britische Pfund verteuerte sich aufgrund überraschend guter Konjunkturdaten.

Rohstoffmarkt

Wo ist das deutsche Gold, das Gold der Deutschen Bundesbank, das Gold, welches allen Menschen in Deutschland gehört? Aus Sicherheitsgründen, wie es offiziell heißt, hat die Bundesregierung dieses Gold teilweise im Ausland und dabei vor allem in den USA gelagert. Mit diesem Gold hätten Frankreich, Großbritannien und die USA vor allem in den 1950er und 1960er Jahren ihre hohen Außenhandelsschulden an Deutschland bezahlt. Viele zweifeln jedoch, ob die Vereinigten Staaten der Aufgabe gerecht geworden sind, auf dieses deutsche Eigentum aufzupassen. Holt unser Gold heim! Dieser Ruf ist immer lauter geworden. Skeptikern zufolge hat dieser Ruf den Verantwortlichen in den USA Angst gemacht, denn die sollen das deutsche Gold ausgegeben haben. Deshalb soll die US-Regierung den Goldpreis gedrückt haben, drücken, um möglichst günstig an Gold zu kommen, falls Deutschland tatsächlich alles zurückholen möchte. Der Bundesrechnungshof fordert eine genaue Bestandsaufnahme und regelmäßige Kontrollen. Die Bundesbank hat nun erstmals überhaupt eine Liste veröffentlicht, in der auf 2.300 Seiten steht, wo sich jeder einzelne Barren befindet. Diese Liste soll nun einmal jährlich auf den neuesten Stand gebracht und bekannt gemacht werden. In der aktuellen Ausgabe schreibt die Bundesbank, im Jahr 2014 lagerten 35 Prozent der 3.384 Tonnen Bundesbank-Gold in Frankfurt am Main; neun Prozent in Paris, 13 Prozent in London und 43 Prozent in New York. Die Bundesbank möchte bis spätestens zum Jahr 2020 mehr als die Hälfte dieses Eigentums in Deutschland lagern, also mindestens 15 Prozent zurückholen, wobei die neun Prozent aus Frankreich vollständig rückgeführt werden sollen und der Rest, also wenigstens sechs Prozent beziehungsweise 300 der 1.455 Tonnen in New York, aus den USA. Im vergangenen Jahr sollen 120 Tonnen aus ausländischen Lagerstellen nach Frankfurt am Main gebracht worden sein. Trotz dieser Sorgen um das Geld der Menschen in Deutschland sank der Goldpreis minimal auf annähernd 1.146 Dollar je Feinunze (31,1 Gramm).

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