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erstellt von flatex Team

Morning News

Die einen gieren auf neues von den Notenbanken, vor allem vom US-Notenbanksystem Fed, erfundenes Geld. Die anderen sehen auf die Tatsachen der schwächer als erwarteten Auftragslage der deutschen Industrie und des noch etwas höher als geschätzten Handelsbilanz-Fehlbetrages der USA jeweils im August.

Die Geld-Junkies sind derzeit stärker, sie habend en DAX nach einem anfänglichen Minus wieder ins Plus gebracht. Dabei ist die Entschuldigung des Bundeswirtschaftsministeriums für die schwachen Auftragszahlen kläglich: Man müsse die Ferienzeit im August berücksichtigen. Das ständige Handelsbilanz-Defizit der Vereinigten Staaten bedeutet, die USA kaufen mehr als sie im Land herstellen. Deshalb kaufen sie im Ausland auf Pump ein, wobei die Ausländer den USA auch gleich noch das Geld zum Bezahlen der ausländischen Waren mit liefern, wie die ständig steigende Verschuldung belegt. Bislang ist das für die Gläubiger der USA gut gegangen, denn die Vereinigten Staaten haben die Zinsen immer bezahlt – wenn auch meist mit neuen Schulden. Viele Menschen auf der Welt sind gezwungen sich zu verschulden, um überhaupt Überleben zu können. Wenn sie überhaupt einen Lohn bekommen, ist dieser Lohn in der Regel tatsächlich, also bezüglich der Kaufkraft dieses Lohnes, seit Jahren gesunken. Auch wer keine Schulden machen muss, um Lebensmittel und lebensnotwendiges Wasser zu kaufen, sondern nur Kredite aufnimmt, um sich einen Wunsch zu erfüllen, wird von den sinkenden Reallöhnen belastet. Dabei werden die Menschen immer produktiver, sie stellen also immer mehr Waren her. Doch wer soll die kaufen, wenn die tatsächlichen Einkommen aus Arbeit sinken – und die Banken den Menschen irgendwann keine Darlehen mehr gewähren? In den USA ist das im Jahr 2008 so gewesen und die Folgen waren schlimm. Die Weltwirtschaft ist im Jahr 2008 eingebrochen, weil die Firmen den Menschen keine angemessenen Lohnsteigerungen gewährt haben. Momentan fürchten die Angestellten von Volkswagen die Zeche für den vielleicht auch juristisch relevanten Betrug von Führungskräften zu bezahlen. Matthias Müller, ehemaliger Vorstandsvorsitzender von Porsche und neuer Vorstandsvorsitzender von Volkswagen, lässt jedoch die Angestellten für die (vorsätzlichen) Fehler der deutschen Führungskräfte bezahlen und das kann ausdrücklich auch zu Entlassungen führen. Wenigstens ist der verschobene und zu billigeren Preisen schließlich doch durchgezogene Börsengang von Covestro, der ehemaligen Kunststoffsparte von Bayer, geglückt. Mit einer ersten Notierung von 26 Euro ist der Ausgabepreis von 24 Euro deutlich übertroffen worden. Bayer/Covestro erhielten von den Anleger statt der erhofften 2,5 Milliarden nun lediglich 1,5 Milliarden Euro. Der Baustoffhersteller Xella sagte dagegen das für das laufende Jahr geplante Initial Public Offering (IPO) ab. Die schwächste Wertentwicklung im DAX hatten die Aktien von Linde, E.on und RWE. Ganz vorne in dieser Top/Flop-Liste finden sich Daimler Adidas und K+S. Die Verlierer der Tage zuvor wurden also zu den Gewinnern und umgekehrt. Die charttechnischen Unterstützungen im deutschen Leitindex liegen bei 9.600 Punkten, bei 9.560 Zählern, bei 9.500 Punkten, beim Tief von August bei 9.340 Punkten, beim Tief von Dezember 2014 bei 9.220 Zählern und psychologisch wichtig bei der Marke von 9.000 Punkten. Die Widerstände befinden sich bei 9.930 Punkten, beim Hoch von Dezember 2014 bei 10.095 Zählern und schließlich beim Hoch von September 2015 bei 10.510 Punkten.

Die US-Konjunkturdaten vom Nachmittag fielen im Anschluss dagegen uneinheitlich aus. Schwächesignale kamen zunächst vom Immobilienmarkt. Dort waren die Preise für Wohneigentum im Juli gegenüber dem Vormonat wider Erwarten rückläufig. Auch im Jahresvergleich blieb der Anstieg der Preise hinter den Erwartungen zurück. Deutlich wichtiger waren indes ermutigende Signale seitens der Verbraucher. Auch hier gab es zwar eine Überraschung, doch das US-Konsumklima hatte sich im September entgegen der Erwartungen weiter aufgehellt. Das entsprechende Sentimentbarometer kletterte damit in Richtung eines Vierjahreshochs. Von den wichtigen positiven Signalen vom Binnenkonsum sowie einem sich erholenden Rohstoffsektor gestützt, retteten sich die großen US-Indizes in den letzten Handelsminuten noch mehrheitlich ins Plus.

Gewinnmitnahmen haben den US-Index Dow Jones Industrials leicht im Minus schließen lassen. Allerdings belasten auch Sorgen um die Weltwirtschaft und Sorgen, um womöglich weiter enttäuschende Konjunkturdaten. Zum einen hat der Internationale Währungsfonds seine in kurzer Zeit zweimal gesenkten Schätzungen für die Weltwirtschaft konkretisiert. Zum anderen warnt der auf Anleihen spezialisierte Fondsmanager Bill Gross vor weiteren Kursverlusten an den US-Börsen, welche auf Sicht von sechs bis zwölf Monaten durchaus um zehn Prozent abrutschen können. Der japanische Nikkei verlor fast ein Prozent. Die japanische Notenbank Bank of Japan (BoJ) erklärte, die Ausfuhren und die Industrieproduktion grundsätzlich leiden unter der Wirtschaftsabschwächung in den Schwellenstaaten, dennoch erhole sich die japanische Konjunktur weiter langsam. Trotzdem bleibt die BoJ bei ihrer Politik des Gelderfindens, welche angeblich zu Inflation führen soll. Der chinesische Hang Seng gab 0,1 Prozent ab. Dort ist das Schicksal von Wang Jing bezeichnend. Der Telekommunikations-Unternehmer besaß vor wenigen Monaten noch neun Milliarden Euro; heute sind 85 Prozent, rund 7,7 Milliarden Euro dieses Vermögens in der Korrektur an den chinesischen Börsen verdampft. Die Finanzminister der Europäischen Union möchten die Menschen Glauben machen, sie würden für eine "angemessene" Besteuerung von Großkonzernen sorgen, welche heute ungeniert und rechtlich erlaubt ihre Gewinne in jeweilige Steueroasen verschieben. Die EU-Finanzminister verständigten sich einstimmig auf ein neues Gesetz, das erstmals einen Austausch von so genannten Steuer-Vorbescheiden für Unternehmen ermöglicht. Bundesfinanzminister Dr. jur Wolfgang Schäuble sagte, das sei "eine schnelle Lösung in kurzer Zeit". Allerdings hat ihm ein Finanzgericht schon vor diesem Beschluss Einhalt geboten, denn die Weitergabe von Unterlagen ist verboten, um das Steuergeheimnis zu wahren (siehe Newsletter vom Montag). Die Fachleute von Lang & Schwarz erwarten den DAX zu Handelsbeginn leicht im Plus.

Aus charttechnischer Perspektive richtet sich der Fokus auf der Oberseite nun wieder auf die Marke von 9.600 Punkten. Sollte es gelingen, die Hürde zu überwinden, warten die nächsten Zwischenziele bei 9.700 und 9.740 Punkten, bevor das Etappenziel bei 9.800 Punkten in Angriff genommen werden kann. Auf der Unterseite droht unterhalb von 9.500 Punkten dagegen ein erneuter Bärenangriff auf die Bewegungstiefs bei 9.340 bzw. bei 9.300 Punkten. Zwischenziel wäre dabei die Marke von 9.430 Punkten.

Devisen

Der Euro kostet heute Morgen wieder weit mehr als 1,12 Dollar, denn der Dollar ist billiger geworden. Der Grund dafür ist die konkretisierte, innerhalb kurzer Zeit zweimal gesenkte Schätzung für die Entwicklung der Weltwirtschaft durch den Internationale Währungsfonds (IWF). Im laufenden Jahr soll die Weltkonjunktur 3,1 Prozent wachsen und im nächsten Jahr um 3,6 Prozent. Vor allem die Schwellenländer, wie etwa die Volksrepublik China, würden sich schwächer entwickeln. Die internationalen Schockwellen der konjunkturellen Abschwächung in der nach den USA bedeutendsten Volkswirtschaft der Welt seien weit größer als bislang angenommen. Trotzdem schätzt der IWF noch immer, Japan, die Eurozone und die USA würden stärker wachsen. Dafür sollen billige Rohstoffe sorgen. Allerdings sagen andere Volkswirte: Die USA leiden unter einer schwachen Weltwirtschaft. Dafür spricht auch der aktuell aufgrund gesunkener Ausfuhrzahlen stärker als geschätzt gestiegene Fehlbetrag in der US-Handelsbilanz. Zudem deuten einige Daten auf eine schwächere Inlands-Konjunktur in den USA hin.

Rohstoffmarkt

Wenn der Dollar weniger wert ist, steigt dafür der Preis von Gold in Dollar. Steigende Zinsen würden den Dollar stärken. Doch die Chance darauf sinken, ja es wird sogar darauf spekuliert, dass das US-Notenbanksystem (Fed) neue Dollar erfindet, was die US-Währung schwächt, denn den Firmen nützen diese Dollar tatsächlich nichts. Die Wirtschaft wächst nicht, wenn das Fed Dollar erfindet, lediglich die Menge der Dollar steigt und wenn viel von etwas da ist, sinkt der Wert. Der Preis für 31,1 Gramm Gold stieg deshalb um ein Prozent auf mehr als 1.147 Dollar.

 

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