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erstellt von flatex Team

Morning News

Die Anleger haben auf überraschend gute Arbeitsmarktdaten aus den USA vertraut und kauften kräftig ein. Der DAX stieg deshalb am Freitag stark an – bis die Daten um 14.30 Uhr (MESZ) bekannt gegeben worden sind.

Es folgten lange Gesichter und ein absackender deutscher Leitindex, der sämtliche Gewinn wieder abgegeben hat und zwischenzeitlich sogar ins Minus abgerutscht ist. Die Arbeitslosenquote blieb im September zwar stabil bei 5,1 Prozent, jedoch schaffte die Wirtschaft statt der erhofften 200.000 nur 142.000 neue Jobs außerhalb der Landwirtschaft. Als ob das nicht reicht, senkte das US-Arbeitsministerium diese Neue-Job-Zahlen für die Monate August und Juli nachträglich um insgesamt 59.000. Einen schwachen Arbeitsmarkt kann Janet Yellen, Präsidentin des US-Notenbanksystems (Fed), als Argument benutzten, die zweit zwei Jahren angekündigte Zinsanhebung erneut (auf das nächste Jahr) zu verschieben. Michael Kopmann, Analyst der DZ Bank, verweist auf den bislang nur die Volkswagen AG bestreffenden (juristisch geltenden?) Betrug an den Automobil-Prüfständen und die Schwäche in den Schwellen-Staaten. Deshalb senkte er sein Kursziel für den DAX bis zum Jahresende von 11.000 auf 9.800 Punkte und für Mitte des nächsten Jahres von 11.000 auf 10.200 Zähler. Im Vergleich zu anderen Anlage-Möglichkeiten seien die Ertragschancen mit dem DAX jedoch weiterhin attraktiv. Durch den Kursrutsch seien die Dividendenrenditen sogar noch gestiegen. Die schwächsten Kursentwicklungen im DAX finden sich bei der Merck KGaA, den Stammaktien der Bayerischen Motoren Werke und den Vorzugsaktien der Volkswagen AG. Am oberen Ende dieser Top/Flop-Liste stehen die Deutsche Lufthansa und die auf Steuerzahlergeld hoffenden E.on und RWE. Die charttechnischen Unterstützungen im Index liegen damit wieder beim Tief von August bei 9.340 Punkten, beim Tief von Dezember 2014 bei 9.220 Zählern und psychologisch wichtig bei der Marke von 9.000 Punkten. Die Widerstände befinden sich bei 9.500 Punkten. Danach folgen die Hürden bei 9.560 und bei 9.600 Zählern. 

Die US-Konjunkturdaten vom Nachmittag fielen im Anschluss dagegen uneinheitlich aus. Schwächesignale kamen zunächst vom Immobilienmarkt. Dort waren die Preise für Wohneigentum im Juli gegenüber dem Vormonat wider Erwarten rückläufig. Auch im Jahresvergleich blieb der Anstieg der Preise hinter den Erwartungen zurück. Deutlich wichtiger waren indes ermutigende Signale seitens der Verbraucher. Auch hier gab es zwar eine Überraschung, doch das US-Konsumklima hatte sich im September entgegen der Erwartungen weiter aufgehellt. Das entsprechende Sentimentbarometer kletterte damit in Richtung eines Vierjahreshochs. Von den wichtigen positiven Signalen vom Binnenkonsum sowie einem sich erholenden Rohstoffsektor gestützt, retteten sich die großen US-Indizes in den letzten Handelsminuten noch mehrheitlich ins Plus.

In den USA und Japan vor allem aber in der Volksrepublik China, hier im Index Hang Seng, haben die Börsen deutlich zugelegt. Der Grund dafür ist ganz einfach: Die "schlimmen Arbeitsmarktdaten" sind einfach nicht mehr als "schlimm" angesehen worden. Sogar die schwächer als von Volkswirten geschätzten Daten zur US-Industrieproduktion sind nicht mehr "schlimm". Schließlich dürfte deswegen die seit zwei Jahren versprochene oder angedrohte andeutungsweise Normalisierung des Zinsniveaus wieder einmal verschoben werden; Geld also weiter spottbillig bleiben. Vielleicht erfindet das US-Notenbanksystem (Fed) sogar noch mehr neues Geld (Quantitative Easing IV), zumal die Lohnzuwächse ebenfalls niedriger waren als von Ökonomen geschätzt. Das wiederum spricht für eine Preissteigerungsrate, die niedriger ist, als vom Fed vorgegeben. In Europa gibt es in und aus einigen Ländern Zeichen der Unsicherheit und Unsicherheit spricht üblicherweise für sinkende Kurse: Der britische Premierminister David Cameron droht mit einem Austritt aus der Europäischen Union (EU), wenn die EU nicht macht, was Cameron will: "Wenn wir nicht bekommen, was wir verlangen, schließe ich nichts aus." In Portugal hat das konservative Regierungsbündnis bei der Parlamentswahl wohl die absolute Mehrheit verloren. Die Parteien, welche den harten Sparkurs der Regierung beenden wollen, erhielten zusammen mehr Sitze als die Zweiparteien-Koalition. Die Regierungsbildung wird schwierig. In Deutschland hat das Finanzgericht Köln den deutschen Steuerbehörden verboten, bestimmte Informationen über weltweit tätige Unternehmen mit anderen Ländern auszutauschen, weil das gegen das Steuergeheimnis verstoße. Die vollmundig angekündigten Verhandlungen über das Beschneiden der bislang rechtlich geduldeten Steuervermeidung solcher Konzerne (siehe Newsletter vom Freitag) werden wohl nur in einem wirkungslosen Papierberg enden. Die Fachleute von Lang & Schwarz erwarten den DAX zu Handelsbeginn dennoch im Plus. Im deutschen Leitindex liegen die charttechnischen Unterstützungen beim Tief von August bei 9.340 Punkten, beim Tief von Dezember 2014 bei 9.220 Zählern und psychologisch wichtig bei der Marke von 9.000 Punkten. Die Widerstände befinden sich bei 9.500 Punkten, bei 9.560 und bei 9.600 Zählern, wobei diese Marke zunächst wohl alle überschritten werden. Die weiteren Widerstände befinden sich bei 9.930 Punkten, beim Hoch von Dezember 2014 bei 10.095 Zählern und schließlich beim Hoch von September 2015 bei 10.510 Punkten.

Aus charttechnischer Perspektive richtet sich der Fokus auf der Oberseite nun wieder auf die Marke von 9.600 Punkten. Sollte es gelingen, die Hürde zu überwinden, warten die nächsten Zwischenziele bei 9.700 und 9.740 Punkten, bevor das Etappenziel bei 9.800 Punkten in Angriff genommen werden kann. Auf der Unterseite droht unterhalb von 9.500 Punkten dagegen ein erneuter Bärenangriff auf die Bewegungstiefs bei 9.340 bzw. bei 9.300 Punkten. Zwischenziel wäre dabei die Marke von 9.430 Punkten.

Devisen

Der Euro kostet heute Morgen mehr als 1,12 Dollar und verteuerte sich demnach beziehungsweise der Dollar ist billiger geworden. Zwischenzeitlich kostete der Euro sogar mehr als 1,13 Dollar, doch auch in diesem Fall sorgte die plötzliche Umdeutung der Arbeitsmarkt- und Industrieproduktionszahlen zu einem möglichen neuen Quantitative Easing für den Umschwung. Die nächste Unterstützung für den Euro ist die Marke von 1,10 Dollar und der nächste Widerstand liegt bei 1,24 Dollar.

Rohstoffmarkt

Auch beim Goldpreis sorgte die Spekulation auf eine erneut stärkere Lockerung der Geldpolitik des US-Notenbanksystems für Bewegung: Gold, als "Antikrisen-Währung" verteuerte sich. Für 31,1 Gramm Gold, also eine Feinunze sind nun mehr als 1.138 Dollar zu bezahlen. Bei 1.130 Dollar verlaufen eine Abwärtstrendlinie und eine Aufwärtstrendlinie, die auf eine Entscheidung für den Goldpreis nach oben oder nach unten hindeuten. Eine charttechnische Unterstützung befindet sich bei 1.100 Dollar. Das Chartbild würde besser, wenn zunächst die seitlich laufende 38-Tagelinie bei derzeit 1.127 Dollar je Unze auch nachhaltig überwunden würde. Die 200-Tagelinie sinkt leicht und befindet sich momentan bei 1.178 Dollar. Sobald dieser Widerstand genommen worden ist, dürfte sich der Goldpreis eindeutig weiter erholen.

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